Thomas Weber fragt: Hallo Frau Kaiser, wie stehen Sie zu Großprojekten wie Cargolifter und EuroSpeedway? Sollte man nicht lieber kleine Firmen fördern statt Millonen zu verpulvern?
Hallo Thomas,
Danke für Deine Frage! Meine Antwort:
Richtig! Ob Chipfabrik, CargoLifter oder Lausitz-Ring – gigantische Summen an Steuergeldern wurden für Großprojekte in den märkischen Sand gesetzt. Von den versprochenen Arbeitsplätzen keine Spur.
95,6 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen in Brandenburg sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz unter 2 Mio. Euro. Sie sind klein, haben aber große Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze, leisten einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung und sind regional verankert. Sie verdienen besondere Unterstützung – und für diese braucht es besondere Instrumente.
Für Einzelunternehmer und kleine Unternehmen sind kleine Finanzierungslücken oft existenzgefährdend. Gerade in der Nachgründungsphase haben Kleinunternehmen einen Finanzierungsbedarf, der durch klassische Bankkredite nicht bedient wird. Und nicht jeder Unternehmer kann stattdessen auf Familie und Freunde als Kreditgeber zurückgreifen. Oftmals sind es nur kleine Beträge die fehlen und herkömmliche Finanzierungswege über die Hausbank fallen aufgrund der schwachen Eigenkapitalausstattung aus. Deshalb wollen wir für klein- und mittelständische Unternehmen, für Handwerk und Freie Berufe ein Mikrokreditfinanzierungsprogramm und ein Start-Up-Fonds auflegen.