Gleich zwei Fragen zum Thema Windkraft erreichten DIE LINKE:
Guten Tag,
in unserem schönen Brandenburg werden immer mehr Windkraftanlagen gebaut. Sie verschandeln die Landschaft und vergrämen Touristen. Häuser und Grundstücke in der Nachbarschaft werden entwertet. Ehemalige Truppenübungsplätze und Braunkohletagebaue werden dagegen nicht mit WKA´s bebaut. Die einzelnen Kommunen sind machtlos und werden von der Regionalplanung überfahren.
Wie werden Sie sich zur geplanten Verdopplung der WKA´s im Landtag positionieren?
Reinhard D. Schulz
Guten Tag,
ich bin durch meine Tochter(Erstwählerin) auf diese Seite aufmerksam geworden und finde das eine prima Möglichkeit ,um sich zu informieren. Nun meine Frage: In den meisten Punkten stimme ich ihrem Programm zu-bis zum Thema erneuerbarenEnergie: Wie möchten Sie Ihr Energiekonzept umsetzen-ohne ganze Dörfer mit Windrädern zuzustellen?? Ich wohne in Beeskow-bin unmittelbar betroffen-Windräder überall-es ist nicht auszuhalten.Wie stehen Sie zu der Volksinitiative?
MfG Peter Klaws
Guten Tag meine Herren,
Vielen Dank für Ihre Fragen. Die Nutzung der Windenergie in Brandenburg ist angesichts des weiter fortschreitenden Klimawandels und seiner Folgen für die Umsetzung des EU-Zieles eines Anteils von 20 % Erneuerbarer Energie am Gesamtenergieaufkommen sowie der dringend erforderlichen Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen um 20 % bis zum Jahre 2020 von besonderer Bedeutung.
Der Ausbau von Windkraftanlagen darf aber nicht mit nachteiligen Folgen für die Lebensqualität der Menschen und die Umwelt verbunden sein und ist mit den Menschen in den betroffenen Regionen zu entwickeln.
Im Rahmen der Volksinitiative „Gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windenergieanlagen" kritisierte DIE LINKE wiederholt die bisher unzureichende Beteiligungspolitik von Kommunen an konkreten Projekten und die seit Jahren verfehlte Kommunikation der Energie- und Klimaschutzpolitik des Landes Brandenburg. Die Auslegung und das Genehmigungsverfahren für neue Windkraftprojekte muss zukünftig transparent erfolgen, um so die Bürgerbeteiligung und die Beteiligung der Kommunen, die nicht in den Regionalen Planungsgemeinschaften vertreten sind, umfassend zu gewährleisten sowie berechtigte Forderungen zum Schutz von Mensch und Natur zu berücksichtigen.
Die in den relevanten Windparks kritisierten Missstände gilt es gemeinsam mit den jeweiligen Bürgerinitiativen zu überprüfen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Bestehende Rechtsgrundlagen gilt es bei weiteren Ausbau der Windkraft ständig zu überprüfen und z.B. der technischen Entwicklung anzupassen.
Das Land Brandenburg will bekanntlich bis 2020 die Windenergie auf 7.500 MW ausbauen. Zudem setzen sich immer mehr Kommunen und Regionen zum Ziel, ihre eigene Energieversorgung mittel- bis langfristig vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Der Windenergie wird hierbei ein hoher Stellenwert beigemessen. In diesem Zusammenhang bietet das Ersetzen älterer Windenergieanlagen durch neue leistungsstarke Anlagen für Städte und Gemeinden im Bereich der Energieversorgung und der Bauleitplanung eine große Chance.
Durch das Repowering können sich mehrere Vorteile wie z. B. Steigerung der Energieeffizienz durch die Erhöhung des Energieertrages bei mittelfristig sinkender Anlagenzahl, Entlastung des Landschaftsbildes durch die Beseitigung von Streulagen, Reduzierung der negativen Umwelteinwirkungen auf Mensch und Natur (z.B. durch verbesserte Anlageneigenschaften, Standortwahl und Konzentration), sowie deutliche Verbesserung der Netzintegration und Netzauslastung ergeben.
Auch die Prüfung der Ausweitung von neuen Windeignungsgebieten auf ehemaligen versiegelten Liegenschaften und Flächen, die noch dem Bund gehören, halten wir für denkbar.