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20. April 2008 Kerstin Kaiser

Vermächtnis ist Mahnung für Heute

An diesem Sonntag, den 20. April wird in der Gedenkstätte Sachsenhausen gemeinsam mit dem Internationalen Sachsenhausen Komitee an die Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen durch sowjetische und polnische Soldaten am 22.April vor 63 Jahren erinnert.

 

Die Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion DIE LINKE, Kerstin Kaiser, der Landesvorsitzende Thomas Nord und die Landtagsabgeordneten Gerrit Große und Torsten Krause werden an der Gedenkfeier teilnehmen und einen Kranz niederlegen. Dazu erklären Kerstin Kaiser und Thomas Nord:

Vor 75 Jahren kamen die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht, auf die Machtergreifung im Januar folgte im März 1933, der „Tag von Potsdam“. Im selben Monat wurde in Oranienburg das Konzentrationslager eingerichtet, in dem Kommunisten, Sozialdemokraten, viele Angehörige des Widerstandes, Juden, Sinti und Roma, Kriegsgefangene und Homosexuelle inhaftiert und umgebracht wurden. Vor 63 Jahren wurden die wenigen überlebenden von der Roten Armee befreit. Dafür sind wir deren Soldaten und Offizieren, den gefallenen, wie denen,die den Krieg überlebten, heute noch dankbar.

Das Vermächtnis der im Internationalen Sachsenhausen Komitee organisierten Überlebenden muss durch die nachfolgenden Generationen im Sinn der Opfer fortgesetzt werden. Das Land Brandenburg hat bei der Bewahrung der Erinnerung und bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus in der Gegenwart große Verantwortung. Die PDS, heute DIE LINKE. Brandenburg, hat sich in der Vergangenheit immer dafür eingesetzt diese Verantwortung parteiübergreifend, durch alle demokratischen Kräfte im Land, wahrzunehmen. Dazu stehen wir auch heute und in Zukunft. Diese Haltung gehört für uns zu den tragischen Lehren deutscher Geschichte.

Insbesondere das Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“ stärkt die Zivilgesellschaft gegen rechtsextreme Einstellungen und Gesinnungen. Mit seiner mobilen Beratung und seiner Opferbetreuung ist es auch Vorbild für andere Bundesländer. Die vielfältigen Kooperationsvereinbarungen sind ein deutliches Zeichen dafür, wie sich das Land Brandenburg und seine Menschen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagieren.

Trotz verschiedener Aktivitäten bleibt die Zahl rechtsextremer Überfälle und Gewaltstraftaten konstant hoch. Dass dies nicht nur in Ostdeutschland so ist, zeigt eine der Innenministerkonferenz vorliegende Auswertungen einer bundesweiten Schülerbefragung. Danach lässt fast jeder fünfte Neuntklässler islamfeindliche Einstellungen erkennen und jeder 13. Jugendliche hat bereits eine Straftat mit rechtem Hintergrund begangen.

Das zeigt, dass das Engagement aller demokratischen Kräfte in Brandenburg in der und für die Zivilgesellschaft notwendig ist und bleibt.