Die Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser und der arbeitsmarktpolitische Sprecher Christian Görke haben heute das Seniorenhilfezentrum in Rathenow besucht. Dort werden insbesondere Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenzerkrankungen betreut.
Politik und Fachleute gehen übereinstimmend von einem erheblichen Anstieg von Pflegebedürftigkeit in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aus. Dafür spricht schon die demografische Entwicklung in Brandenburg. Ein besonders starker Anstieg wird bei Demenzerkrankungen erwartet. Gegenwärtig sind in Brandenburg etwa 33.000 Menschen betroffen, im Jahr 2015 werden es schon 43.000 sein.
Kerstin Kaiser: „Auch wenn bisher zwei Drittel der Demenzkranken zu Hause von Angehörigen betreut werden, brauchen wir ambulante und vollstationäre Einrichtungen, die mit gut ausgebildeten Fachkräften diese wichtige Aufgabe wahrnehmen. Ich bin davon überzeugt, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür bei weitem noch nicht ausreichen. Allererste Voraussetzung für eine Reform der Pflege ist meiner Ansicht nach, die Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger in die soziale Pflegeversicherung, auch wenn mit einem weiterentwickelten Pflegebedürftigkeitsbegriff ein entscheidender Schritt getan werden soll und mit zusätzlichen Betreuungsmöglichkeiten für Demenzkranke Verbesserungen eingeleitet worden sind.
Der neu entwickelte Begriff von Pflegebedürftigkeit soll die Hilfe zur Selbständigkeit des Menschen in den Mittelpunkt rücken und ihm gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen statt, wie bisher, den Zeitaufwand für den Ausgleich von körperlichen Defiziten messen. Ob dieses Ziel auch erreicht werden kann, hängt aber maßgeblich von der Umsetzung ab. Wenn die Regierungspolitik dies schon wieder unter das Diktat von Kostenneutralität stellt, wird es nicht gelingen. Auch die zusätzlichen Mittel für Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz von max. 2.400 Euro jährlich können bestenfalls ein erster Schritt sein.“
Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion Christian Görke, sieht vor allem in der Ausbildung und Gewinnung von Fachkräften erhebliche Herausforderungen: „Noch immer ist der Pflegeberuf nicht so attraktiv, wie es von seinem Inhalt und von seiner gesellschaftlichen Bedeutung her angemessen wäre. Entlohnung und Arbeitsbedingungen müssen besser werden. Wo Tariflöhne nicht hoch genug sind, muss der gesetzliche Mindestlohn eingeführt werden. DIE LINKE im Landtag hat sich klar dafür ausgesprochen, den Anteil an Fachkräften mindestens auf dem jetzigen Niveau beizubehalten. Dazu müssen alle Möglichkeiten der Ausbildung genutzt werden. Es darf keinen Ersatz von Fachkräften durch Hilfskräfte geben.“